Schwarz-weiße Milchkühe in einem modernen automatisierten Stall mit Rohren und Sensoren an der Decke

KUNDENPROJEKT

Familienbetrieb — als der Melkroboter die Cloud verlor und die Brunstmeldung nie ankam

Ein moderner Familienbetrieb mit knapp 80 Milchkühen, Melkroboter, Aktivitätssensoren an den Tieren und mehreren tausend Legehennen im Nachbarstall. So haben wir ein Betriebsnetz gebaut, das Traktor, Kuh und Büro gleichermaßen trägt.

Die Ausgangslage

Ein moderner Familienbetrieb im Innlandet. Im Laufstall stehen knapp 80 Milchkühe und ein Melkroboter, der rund um die Uhr melkt. Jede Kuh trägt einen Aktivitätssensor am Hals, der Wiederkauen, Bewegung und Brunst erfasst; die Daten gehen in Echtzeit an das Herdenmanagement und an das Telefon des Landwirts.

Im Nachbargebäude werden Eier von mehreren tausend Legehennen produziert. Klimasteuerung, Fütterungs- und Wasseranlagen, Eiersortierung und Kameraüberwachung sind allesamt netzabhängig. Fällt dort etwas aus, merkt man das schnell — am Tierwohl wie am Ergebnis.

Der ganze Hof hing an einem einzigen Consumer-Router im Wohnhaus. Das Signal reichte kaum über den Hof bis zum Stall, im Hühnerhaus gab es gar nichts. Der Landwirt half sich mit einem 4G-Router auf der Fensterbank im Stall — der regelmäßig mitten in der Nacht ausfiel. Dann verlor der Melkroboter die Verbindung zur Cloud, die Brunstmeldungen kamen nicht an, und die Kamera in der Abkalbebucht zeigte genau in der Nacht ein schwarzes Bild, in der er sie am dringendsten brauchte.

Was wir vorfanden

  • Melkroboter, Aktivitätssensoren, Klimasteuerung und Wohnhaus alle im selben, nicht segmentierten Netz
  • 4G-Router im Stall mit 1–2 Verbindungsabbrüchen pro Woche — oft mitten in der Nacht
  • Keine Abdeckung im Hühnerhaus — Fütterungs- und Klimaalarme erreichten das Handy nie
  • Abkalbekamera im selben schwachen WLAN wie das Streaming der Familie
  • Kein Failover — ein Strom- oder Glasfaserausfall legte den gesamten Betrieb lahm
  • Herdenmanagement und Meldungen hingen, wenn viele Geräte gleichzeitig aktiv waren
  • Keine USV am Netzwerkgerät, das den Melkroboter versorgt

Ein Stall ist kein Büro. Fällt das Netz aus, verliert der Roboter den Kontakt zur Cloud, die Sensoren melden keine kranken Tiere mehr, und eine nicht erkannte Brunst kostet bares Geld. Das ist kein IT-Problem — es ist ein Tierwohl- und Wirtschaftsproblem.

Die Lösung

Wir verlegten Glasfaser zwischen Wohnhaus, Stall und Hühnerhaus — ein für alle Mal. An jedem Gebäude wurde ein industrieller Access Point montiert, zertifiziert für Staub, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen; dazu Outdoor-Access-Points mit Richtantenne für Hof und Silo.

Das gesamte Betriebsnetz wurde in einer zentral verwalteten Lösung zusammengeführt, mit 4G-Failover, das automatisch übernimmt, falls die Glasfaser ausfällt. Eine USV an der kritischen Technik hält Melkroboter und Sensoren auch bei kürzeren Stromausfällen am Laufen.

Fünf isolierte Zonen

1

Stall / Milchproduktion

Melkroboter, Aktivitätssensoren, Fütterungsanlage und Abkalbekamera. Priorisierte Bandbreite zum Herdenmanagement und zu den Cloud-Plattformen der Hersteller.

2

Hühnerhaus / Eierproduktion

Klimasteuerung, Fütterung, Wasser und Eiersortierung. Alarme gehen direkt auf das Telefon des Landwirts.

3

Hofbüro

Buchhaltung, Schlachtabrechnung, Fördermeldungen. Getrennt von Stall und Familie.

4

Familie / Wohnhaus

Streaming, Gaming und die Schulrechner der Kinder — ohne jemals die Produktion beeinflussen zu können.

5

Gast / Lieferant

Für Tierarzt, Viehtransport und Servicetechniker. Nur Internet, kein Zugang zu Betriebssystemen.

Betriebssicherheit

Die gesamte Technik wurde in einem beschrifteten Rack in einem trockenen Technikraum zusammengeführt — nicht auf der Fensterbank im Stall. Jeder Access Point wird über PoE versorgt und rund um die Uhr überwacht; wir erhalten die Meldung, bevor der Landwirt etwas bemerkt.

Das Ergebnis

Ich dachte, damit müsse man einfach leben — dass der Roboter ab und zu die Cloud verliert und die Brunst-App nicht immer rechtzeitig meldet. Seit das eingerichtet ist, ist es schlicht nicht mehr passiert. Ich schlafe besser, und im letzten Monat haben wir zwei Brunsten erkannt, die uns mit dem alten Aufbau sicher entgangen wären. Das sind echte Kälber.
Inhaber, Familienbetrieb im Innlandet
VorherNachher
Abdeckung Stall/Hühnerhaus/HofLückenhaftVollständig
Ausfälle Melkroboter1–2/WocheKeine
Brunstmeldungen aufs HandyInstabilEchtzeit
Klimaalarm HühnerhausKam nicht anDirekt aufs Handy
Netze getrenntNeinJa — 5 isolierte Zonen
Failover bei GlasfaserausfallKeines4G automatisch
USV an kritischer TechnikNeinJa

Lassen Sie uns sprechen.

Projekt besprechen